Duisburger Filmwoche
Friederike Horstmann

#Museum

Museumskritik ist so alt wie die Institution selbst. Sie zeigt, wie umstritten der Status von Anfang an war. Kurz nach der Gründung des Louvre im Jahre 1793 kritisiert der Archäologe Antoine Chrysostôme Quatremère de Quincy nicht nur Napoleons machtpolitische Beschlagnahmung von Kunstwerken, sondern beklagt ihre Historisierung und Pseudopräsenz im Museum. Ihrem ursprünglichen Entstehungskontextes und Sinnzusammenhang beraubt führen sie ein[…] Weiterlesen

Lena Stölzl

Was bleibt

6.11.2001: In Duisburg wird Normalität verhandelt. Im gleichnamigen Programm, das sich aus 11 Videominiaturen zusammensetzt, untersucht Hito Steyerl die schrittweise Normalisierung von Rassismus in der deutschen Gesellschaft. Im Gespräch ortet die Filmemacherin ein „Problem der Bildfindung für die Struktur von Gewalt“. Als bedeutender Aspekt habe sich im Zuge des Projekts die Wiederholung etabliert. Stets von neuem gibt es Anschläge auf das[…] Weiterlesen

Sven Ilgner

Da fällt Peter Ott Fellini ein: „Wenn das Geld zu Ende ist, ist auch der Film zu Ende.“

Ein Film des Programms der df44 heißt Oeconomia von Carmen Losmann. Es ist ein erstaunlicher Film, denn er entblößt ganz souverän, dass unser Verständnis von Volkswirtschaft, Finanzwirtschaft und Ökonomie eben nur das eines Spiel ist. Dass es um psychologische Effekte viel mehr geht als um Wertschöpfung. Dass wir Geld erfinden, um neues zu erschaffen. Fachleute zocken in[…] Weiterlesen

Matthias Dell

Bloß zu sein

Vielleicht würde man „Bloßstellen“ anklicken im Schlagwortkatalog der gesammelten Duisburger Filmwochen-Protokolle auf der Suche nach Referenz im Archiv nach der Sichtung von Jan Soldats neuem Film Wohnhaft Erdgeschoss. Weil: Da ist gleich im ersten Bild des Films dieser Mann, Heiko, in voller Blöße, neben einem vergilbten Bett mit einer Mulde, an der Wand das Bild eines[…] Weiterlesen

Alexander Scholz

Duisburg um-schreiben

Zunächst mit pädagogischer Intention, dann mit dokumentarethischem Eifer, später mit agitatorischer Verve oder essayistischem Anspruch, in andere Medien ausgreifend und endlich all dies inmitten digitaler Netzwerke: Die Geschichte der Duisburger Diskussionsprotokolle seit 1978 berührt hin und wieder Wegpunkte der Dokumentarfilmgeschichte, von der in ihnen gesprochen und geschrieben wird. Stets verlängern die Texte eine Öffentlichkeit, die[…] Weiterlesen