Duisburger Filmwoche

Duisburger Filmwoche 37
im Bilde
4. bis 10.11.2013

Preisträger

ARTE-Dokumentarfilmpreis

Sieniawka
von Marcin Malaszczak

Vielleicht nähert man sich dem prämierten Film am besten darüber, was er alles nicht ist. Auch wenn er Menschen zeigt, die außerhalb der Gesellschaft stehen, ist er kein „Problemfilm“, der mahnend auf einen sozialen Missstand aufmerksam machen will. Auch wenn er die meiste Zeit in einer öffentlichen Institution spielt, will er doch deren Wirken und Verfasstheit nicht erklären. Der aufklärerischen Tradition des Dokumentarfilms setzt er ein fundamentaleres Projekt entgegen: Er nimmt die Realität nicht als gegeben hin, sondern verschiebt die Parameter der Wahrnehmung, sodass Randständige oder gar komplett aus der Gesellschaft ausgeschiedene plötzlich ganz selbstverständlich im Zentrum stehen. Er öffnet einen (Innen)Raum, in dem alles möglich scheint, in dem selbst die Naturgesetzte keine Gültigkeit mehr haben; in dem die Grenzziehungen zwischen Form und Inhalt, Dokumentation und Fiktion, Gegenwart und Zukunft, Normalität und Geisteskrankheit nicht nur neu abgesteckt, sondern bedeutungslos werden. Dafür, dass er uns die Welt mit neuen Augen sehen lässt, geht der Arte-Preis an „Sieniawka“ von Marcin Malaszczak.

3sat-Dokumentarfilmpreis für den besten deutschsprachigen Dokumentarfilm

Betongold – Wie die Finanzkrise in mein Wohnzimmer kam
von Katrin Rothe

Es gibt Filme, die machen es sich einfach. Sie erzählen vom Befinden der oder des Filmschaffenden, benennen außerdem, wer ist der Bad Guy, wer ist der Good Guy und sie erklären uns nebenbei auch noch, wie die Welt funktioniert. Und wir von der 3sat-Jury zeichnen einen Film aus, auf den all das zutrifft.
Während atemloser 52 Minuten lässt uns die Filmemacherin teilhaben an ihrem Kampf gegen ein Monster. Die Prinzessin und der Drache. Seit Menschen Geschichten erzählen können, gibt es dieses Motiv. Der Ausgang des ungleichen Kampfes ist stets ungewiss – bis zum Ende, so es denn gut erzählt ist – und es ist überflüssig zu erwähnen, dass das hier brillant erzählt ist – und die Männchen und Weibchen, die, hervorragend gezeichnet und animiert, immer dann erscheinen, wenn Unfilmbares oder Unsagbares gesagt und gezeigt werden soll, sind genau so, dass sie uns stets erwarten lassen, der Drache müsse nun doch nächstens um die Ecke kommen.
Mit spielerischer Leichtigkeit, umwerfender Selbstironie und einem messerscharfen analytischen Verstand macht sich die Regisseurin daran, einer Maschinerie zu trotzen, die sie zu verschlingen droht. Und dadurch, dass sie uns ganz konkret zeigt, wie frau das macht und, dass man sich wehren kann, macht sie uns Mut, es ihr gleichzutun. Vielleicht kommen wir ja selber einmal in die Situation, die wir hier sehen, vielleicht haben wir das auch schon erlebt, vielleicht haben wir auch Glück, aber uns solidarisieren, was für ein altertümliches Wort, das können wir auf jeden Fall. Und man könnte auch sagen: Wer nicht fliegen kann, muss kriechen, wer nicht kriechen will, muss kämpfen.
„Betongold – Wie die Finanzkrise in mein Wohnzimmer kam“ ist ein mutiger Film, ist ein Film, der Mut macht, aber auch Wut. Wir von der 3sat-Jury übergeben den 3sat- Dokumentarfilmpreis für den besten deutschsprachigen Dokumentarfilm an Katrin Rothe für ihre Courage, für ihren Humor und für ihre Fähigkeit, auch sich selber in Frage zu stellen und doch jederzeit es mit dem Drachen aufzunehmen.

„Carte Blanche“ Nachwuchspreis des Landes NRW

Assessment
von Mischa Hedinger

Situationen transparent machen; erkennen, was sich dem Auge entziehen will; einblicken, um Handeln zu ermöglichen. So lauten einige der wichtigsten Losungen des Dokumentarischen. So lauten aber auch die Arbeitsvorgaben zahlloser staatlicher Kontrollinstanzen, die sich im Dienst des Gemeinguts meinen. Sehen, als soziale Praxis, heißt Kontrolle, Abgleich, Prüfung. Für den Filmemacher, den wir auszeichnen, ist das kein Sündenfall des Dokumentarischen, sondern Arbeitsgrundlage.
Der Film, der uns hier auf ihn aufmerksam gemacht hat, beobachtet Beobachter bei ihrer Arbeit: In einstündigen Sitzungen soll geklärt werden, ob Menschen wieder Leistung tragen können, wie sie sollen. Ein Optimierungs-Schauspiel mit mäßigem Erfolg: Selbstentfaltungs- Floskeln laufen ins Leere, Machtdynamiken werden von der Kamera entziffert, Misstrauen ist die Konstante. Zugleich werden wir vom Wissen der Institutionen versucht, selbst ins Begutachten zu verfallen. „Assessment“, so heißt der Film, prüft auch unseren eigenen Willen zum Ressentiment. Und Mischa Hedinger, so heißt der Filmemacher, empfiehlt sich nicht bloß als findiger Beobachter und hinterlistig präziser Erzähler. Er denkt und untersucht die Zumutungen neoliberal durchformter Realität von der Wahrnehmungs- und Machtmaschine Film her. Diese Klammer zeigt sich, blickt man auf frühere Arbeiten zurück, als durchgängige Handschrift und zentrales Interesse Hedingers. Wir sind gespannt, was als nächstes kommt.

Förderpreis der Stadt Duisburg

Ricardo Bär
von Nele Wohlatz, Gerardo Naumann

Der Film, den wir mit dem Förderpreis der Stadt Duisburg auszeichnen, führt die Schicksale dreier junger Menschen zusammen, die sich einem symbolischen Tausch verschreiben: damit der eine etwas über seine Vergangenheit erfahren kann und die andere über ihre Zukunft, bieten sie dem dritten eine Möglichkeit in der Gegenwart.
Dieser Tausch lässt sich aber nur unter der Bedingung konkretisieren, dass aus diesem glücklichen, zufälligen Zusammentreffen ein Fall von Fügung wird. Dies kann nur der Allmächtige garantieren und wer auf dessen Antworten wartet, braucht Geduld.
In der Zwischenzeit diskutiert man Fischerei und Mel Gibson, spielt Theater und reflektiert die Furcht der Schweine vor dem Wiegen im Reissack. Den Rätseln dieser Welt begegnen die Filmemacher gleichsam wie ihr Filmheld mit protestantischer Artigkeit und Demut. Eine klug verschachtelte Montage gibt dem Film einen humorvoll trockenen Ton und uns das Vergnügen einer Dokumentation, die einer befreiten, undogmatischen Filmgeneration angehört.
Der Förderpreis der Stadt Duisburg geht an den Film „Ricardo Bär“ von Gerardo Naumann und Nele Wohlatz. Einer der beiden, Nele Wohlatz, wurde bereits ein Förderpreis verliehen, wir wollten aber nicht darauf verzichten, den für uns neben den Hauptpreisträgern überzeugendsten Film auszuzeichnen.

Publikumspreis der Rheinischen Post für den beliebtesten Film

Café Ta’amon – King-George-Street, Jerusalem
von Michael Teutsch

Juries

ARTE-Dokumentarfilmpreis

Philipp Mayrhofer
1976 in Bozen geboren. Nach einem Philosophiestudium in Wien und Paris begann er als Filmemacher zu arbeiten. Er hat Reportagen und Dokumentarserien für das Fernsehen sowie die beiden Dokumentarfilme „The Moon, The Sea, The Mood“ (2008, mit Christian Kobald) und „Der Schatten des Propheten“ (2011, mit Christian Kobald) gedreht, die auch bei der Duisburger Filmwoche gezeigt wurden. Sein erster von ARTE mitfinanzierter, kurzer Spielfilm „Königsberg“ wurde 2012 bei den Filmfestspielen in Cannes uraufgeführt.

Susanne Mi-Son Quester
Geboren 1979 in Starnberg. Musikstudium in München, nach einem einjährigem Aufenthalt in Südkorea und Japan Wechsel zur Japanologie nach Berlin. Von 2001 bis 2012 studierte sie Dokumentarfilm an der Filmhochschule in München. 2004/2005 Studienaufenthalt in Südkorea mit einem Stipendium des DAAD. Seit 2006 freiberufliche Tätigkeit als Filmemacherin. 2011 und 2012 war sie Mitglied der Auswahlkommission der Duisburger Filmwoche. Filme (Auswahl): Finow (2002), DIENSTAG und ein bisschen mittwoch (2007, df 2007), Eiki – vielleicht nach Japan (2010, doxs 2010), Heidis Land (2012, df 2012).

Sven von Reden
Geboren 1968 in Gummersbach. Studium der Anglo-Amerikanischen Geschichte, Mittleren und Neueren Geschichte und Kunstgeschichte in Köln. Seit 1997 Filmkritiker u.a. für die tageszeitung, Der Standard, Berliner Zeitung, Welt am Sonntag, Spex. Seit 1998 Filmredakteur der StadtRevue – Das Monatsmagazin für Köln. Seit 2005 Mitarbeiter der Cologne Conference – Internationales Film & Fernsehfestival Köln. 2005 bis Ende 2012 Autor für das 3sat Kinomagazin, u.a. Sendungen über Christian Petzold, Ken Loach, Apichatpong Weerasethakul und Todd Haynes.

3sat-Dokumentarfilmpreis

Geri Krebs
Geboren 1956 in Neustadt/Wstr. Lebt seit 1961 in der Schweiz. Quereinsteiger in Journalismus und Filmkritik. Ab 1976 einige Semester Studium der Pädagogik und Psychologie an der Uni Zürich, Studienabbruch, danach Jobs als Aushilfslehrer, Bauarbeiter, Verkäufer u.a., ab 1988 erste journalistische Erfahrung beim kommunalen Radio LoRa, Zürich. 1996-1998 journalistische Ausbildung an der Fachhochschule MAZ in Luzern. Seit 1998 freier Journalist und Filmkritiker für diverse Schweizer Zeitungen wie NZZ, WoZ u.v.a. Seit 2002 Mitglied von FIPRESCI, seit 2011 Mitglied der Schweizer Filmakademie.

Joachim Schätz
Freier Filmkritiker (u.a. kolik.film, the gap, Ray), seit 2006 ständiger Mitarbeiter der Filmredaktion des Falter. Seit 2010 Projektmitarbeiter am Institut für Theater-, Filmund Medienwissenschaft der Universität Wien. Stipendiat der Österreichischen Akademie der Wissenschaften (DOC-team) in dem Forschungsprojekt „Sponsored Films und die Kultur der Modernisierung“. Aktuelle Publikation: „Werner Hochbaum. An den Rändern der Geschichte filmen“ (hg. gemeinsam mit Elisabeth Büttner). Lebt in Wien.

Katrin Schuster
Geboren 1976. Studium der Germanistik sowie der Theater- und Kommunikationswissenschaften, anschließend Aufbaustudium Theater-, Film- und Fernsehkritik. Seit 2004 als freie Journalistin tätig, vor allem als Literatur- und Medienkritikerin unter anderem für die Süddeutsche Zeitung, die Stuttgarter Zeitung, der Freitag und epd medien. Seit 2007 Mitglied der Nominierungskommission bzw. der Jury des Adolf- Grimme-Preises. Verschiedene Lehr- und Redaktionstätigkeiten sowie diverse eigene journalistische Online-Projekte.

Kommission

Till Brockmann
Geboren 1966 in Hannover, aufgewachsen im Tessin. Studium der Geschichte, Japanologie und Filmwissenschaft an der Universität Zürich. Seit 2001 Lehrbeauftragter der philosophischen Fakultät. Seit 1995 als Filmjournalist und Filmkritiker, mehrheitlich für die NZZ tätig. Seit 2003 Dozent für Filmgeschichte und audiovisuelle Theorie an der European Film Actor School, Zürich. Seit 2007 Dozent für Filmgeschichte an der F+F, Schule für Kunst und Mediendesign Zürich. Seit 2002 Mitglied der Auswahlkommission und Diskussionsleiter der „Semaine de Critique“, Filmfestival Locarno. Dissertation: „Handbuch der Zeitlupe – Anatomie eines filmischen Stilmittels“.

Jessica Manstetten
Jessica Manstetten studierte zunächst Literaturübersetzen in Düsseldorf, dann Film-, Fernseh-, Theaterwissenschaften, Romanistik und Sozialpsychologie in Bochum. Arbeitet neben der Duisburger Filmwoche für die Internationalen Kurzfilmtage Oberhausen in der Programmsektion Musikvideo sowie für das IFFF Dortmund/Köln in der Auswahlkommission ‘Panorama’. Mitauswahl beim Kasseler Dokfest-Lounge Programm, Schwerpunkt AV Performances. Programmzusammenstellungen für Festivals, Institutionen und Veranstaltungen im Ruhrgebiet, darunter u.a. International Short Film Festival Uppsala, Media Art Festival Impakt, Shift Basel, Tricky Women Wien, Kulturbüro Friedrichshafen. Übersetzt und spricht Filme ein.

Cristina Nord
Geboren 1968 in Korbach, hat Literaturwissenschaft und Lateinamerikanistik in Berlin und in San José, Costa Rica, studiert. Sie ist Filmredakteurin im Kulturressort der „tageszeitung“. Für den WDR hat sie mehrere „Filmtips“ realisiert, unter anderem zu „Brokeback Mountain“ und zu Christian Petzolds Film „Yella“. Sie lehrt Filmkritik an der Freien Universität Berlin. Außer für die taz schreibt sie unter anderem für „Cargo“, „Der Standard“ und „kolik.film“. In Vorträgen, Buch- und Katalogbeiträgen beschäftigt sie sich mit der Darstellung von Geschichte im gegenwärtigen deutschen Kino, mit Queer Cinema und der „nouvelle vague allemande“. Sie lebt in Berlin.

Peter Ott
Geboren 1966. Filmemacher, Produzent, Schauspieler. 2007-11 Professur für Film und Video an der Merz-Akademie, Stuttgart. 2001-2005 Gründung div. Produktionsgesellschaften. 1994 Gründungsmitglied Abbildungszentrum. 1986-92 Studium an der HfbK in Hamburg, Visuelle Kommunikation. Filmografie (u.a.): 2010 „Gesicht und Antwort“, Dokumentarfilm, 72 min.; 2008 „Übriggebliebene Ausgereifte Haltungen“, Dokumentarfilm, 85 min.; 2007 „Hölle Hamburg“, Spielfilm, zusammen mit Ted Gaier, 88 min., www.hoellehamburg.org; 2004 „Jona (Hamburg)“, Dokumentarfilm, 86 min.), www.otthollo.de/jona; 1998 „Die Spur“, Spielfilm, 90 min.; 1995 „Der Renegat“, Videomagazin fortlaufend, zus. mit Silke Fischer & Jan Peters, insgesamt 240 min.

Werner Ružička
Geboren 1947. Studium der Germanistik, Philosophie und Sozialwissenschaften in Bochum. Ab 1974 Leiter der kommunalen Filmarbeit in Bochum. 1978-82 Mitarbeiter am dokumentarischen Langzeit-Projekt „Prosper / Ebel – Eine Zeche und ihre Siedlung“ als Regisseur und Produktionsleiter. Nach 1982 verschiedene Arbeiten für Fernsehen und Theater. Seit 1985 Leiter der Duisburger Filmwoche. Juror u.a. bei den Internationalen Kurzfilmtagen Oberhausen, den Österreichischen Filmtagen Wels und beim Adolf Grimme Preis. Lehraufträge für Dokumentarfilm, u.a. an der Hochschule für Film und Fernsehen München, sowie Goethe-Institut-Seminare über Dokumentarfilm u.a. in China und Israel.

Filme

Schlagerstar (Marco Antoniazzi, Gregor Stadlober | AT 2013)
Far’ Falastin (Max Sänger | DE 2013)
Ich bin hier (Eleni Ampelakiotou | DE 2013)
Intensivstation (Eva Wolf | DE 2013)
MAKING OF HEIMAT (Jörg Adolph, Anja Pohl | DE 2013)
Andere Welt (Christa Pfafferott | DE 2013)
Le creature del Vesuvio (Martin Prinoth | DE/I 2013)
Cantos (Charlie Petersmann | CH/DE 2013)
Nella Fantasia (Lukas Marxt | AT/DE 2012)
Meine keine Familie (Paul-Julien Robert | AT 2012)
Sieniawka (Marcin Malaszczak | DE/PL 2013)
Die Wiedergänger (Andreas Bolm | DE 2012)
Ödland – Damit keiner das so mitbemerkt (Anne Kodura | DE 2013)
Nacht Grenze Morgen (Tuna Kaptan, Felicitas Sonvilla | DE 2013)
Sauerbruch Hutton Architekten (Harun Farocki | DE 2013)
Vaters Garten – Die Liebe meiner Eltern (Peter Liechti | CH 2013)
Ren Zao Kong Jian (Yu-Shen Su | DE 2012)
Betongold – Wie die Finanzkrise in mein Wohnzimmer kam (Katrin Rothe | DE 2013)
Gegenwart (Thomas Heise | DE 2012)
Assessment (Mischa Hedinger | CH 2013)
A flea’s skin would be too big for you (Anja Dornieden, Juan David González Monroy | DE 2013)
Ricardo Bär (Nele Wohlatz, Gerardo Naumann | AR 2013)
Im Augenblick. Die Historie und das Offene. (Othmar Schmiderer, Angela Summereder | AT 2013)
Café Ta’amon – King-George-Street, Jerusalem (Michael Teutsch | DE 2013)
Zum ewigen Andenken (Christian Dünow | DE 2013)
Panihida (Ana-Felicia Scutelnicu | DE/MD 2012)
Dilim Dönmüyor – Meine Zunge dreht sich nicht (Serpil Turhan | DE 2013)

Extras

Digitalburg. Ute Holl und Maximilian Linz im Gespräch

Wenn die Dinge träumen, entstehen Bilder. Elfi Mikesch im Gespräch mit Birgit Kohler

Les maîtres fous (Jean Rouch | FR 1955)

Der Schmetterlingsjäger – 37 Karteikarten zu Nabokov (Harald Bergmann | DE/CH 2012)

Motto

im Bilde

Die Rede von „im Bilde sein“ begann mit der Verneinung, dass nämlich ein Offizier, der von einer taktischen Sachlage sich keine richtige Vorstellung machen konnte, nicht im Bilde sei. Evidenzbüro hieß zu k.u.k.-Zeiten der militärische Nachrichtendienst. Der heute, dank XKeyscore et al., gar keine Bilder mehr braucht. Ohnehin: Wer im Bilde sein will, darf nicht im Bild sein. Es braucht den Schritt zurück, zur Reflexion. „Wo die Betrachtung denkend weilet“ (Goethe), da kann sich Evidenz einstellen. Die Duisburger Filmwoche als Ort der Bilder-Reflexion hat den Anspruch, das möglich zu machen: im Bilde sein.